Weibblick - Magazin aus Frauensicht

Magazin aus Frauensicht

„Immer wieder Lovely Rita!“

Thoms Brasch, der Ende 1976 gemeinsam mit Katharina Thalbach aus der DDR nach West-Berlin übersiedelte, war Lyriker, Dramatiker, Regisseur und Übersetzer. Seine Stücke und Übersetzungen werden heute noch gespielt, seine Lyrik gelesen und gesungen. Im Februar diesen Jahres wäre er 75 Jahre alt geworden.

Lovely Rita - Katharina Thalbach und Thomas Brasch

Katharina Thalbach und Thomas Brasch beim Arbeiten

Rita

„Gegen den ewig gleichen Ton sprechen. Über deine Sprache sprechen. Über den Tod der Wörter sprechen. Über die Geburt der Stiefel: Kleid Messer Stiefel Lippe. Der armen Sprache eine Maske aus Worten aus dem leblosen Körper reißen. Die Maske mit großer Geste vors Gesicht pressen, bis sie ins Fleisch gewachsen ist. Jetzt ist die Maske fest. Jetzt kann ich auftreten. Jetzt bin ich die Hauptperson in meinem Stück. Die Scheinwerfer gehn auf wie Mond und Sterne. Im Licht des Scheinwerfers stehen.“

(aus Loveley Rita)

Wer ist Rita?

Rita ist eine siebzehnjährige Waise im kaputten Deutschland Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie lebt mit fünf anderen Frauen in einem Bahnwaggon. Sie trinken, reden, lieben und hassen die Männer. „Sie will homosexuell und heterosexuell sein, sie möchte mit Frauen schlafen und mit einem Mann. Sie möchte subvesiv sein und erfolgreich sein …“ (T.B.) Rita will sich mit diesem trostlosen Leben nicht begnügen – sie will weiter. Sie will zum Film. Dafür tut sie alles: sie schläft mit Männern, erschießt den einen, mit dem sie zusammenlebt, lügt, geht in den Knast… schafft danach den Sprung zum Film. Wie? Sie begeistert den Produzenten mit dem Dreh einer eigenhändigen Abtreibung mit der Sricknadel auf dem Klo…

Lovely Rita war die „konsequenteste Ausdruck meiner Arbeit für das Theater“, sagt Thomas Brasch

Thoms Brasch, der Ende 1976 gemeinsam mit Katharina Thalbach aus der DDR nach West-Berlin übersiedelte, war Lyriker, Dramatiker, Regisseur und Übersetzer. 1978 wurde sein Stück „Lovely Rita“ im Berliner Schiller-Theater aufgeführt. Für ihn war es in dieser Zeit der „konsequenteste Ausdruck meiner Arbeit für das Theater“.

Brasch wäre am 19. Februar 2020 75 Jahre alt geworden. Seine Shakespeare-Übersetzungen oder Tschechow Bearbeitungen werden gespielt, seine Lyrik gesungen wie derzeit von Masha Qrella „Woanders“.

Hinterlasse einen Kommentar

Benötigte Felder sind mit * markiert.E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.